Die 15 häufigsten Fehler bei der Unternehmensübergabe

27.01.2026
Die 15 häufigsten Fehler bei der Unternehmensübergabe

Einleitung

Jedes Jahr stehen in Österreich etwa 5.000 bis 6.000 Betriebe vor einer Nachfolge. Doch über ein Drittel findet keinen geeigneten Nachfolger oder keine Nachfolgerin. Was besonders erschreckend ist: Nur rund 30 Prozent der Familienunternehmen schaffen es, die Übergabe an die zweite Generation erfolgreich zu meistern. Bei der Übergabe an die dritte Generation scheitern dann bereits 90 Prozent.

Warum ist das so? Die meisten denken, es sind die wirtschaftlichen Krisen oder Marktveränderungen, die Unternehmensübergaben zum Scheitern bringen. Aber das stimmt nur zur Hälfte. Viel häufiger sind es systematische Fehler, die man mit geordneter Planung und der richtigen Beratung einfach vermeiden könnte.

Diese Blogserie zeigt dir die 15 häufigsten Stolpersteine bei der Unternehmensübergabe. Jeder dieser Fehler ist ein Lernfeld, und das Gute: Jeder ist vermeidbar.

Warum diese Serie für dich wichtig ist

Zahlen, die dich aufhorchen lassen:

  • 28 Prozent der Unternehmen in Deutschland, bei denen eine Nachfolge ansteht, droht tatsächlich die Schließung. Die Tendenz ist steigend.
  • 62 Prozent der österreichischen Übergaben laufen langfristig erfolgreich. Das heißt aber auch: 38 Prozent haben ernsthafte Probleme.
  • Über 60 Prozent der Konflikte entstehen nicht in der Geschäftswelt, sondern passieren im Familienkreis.
  • 70 Prozent der Unternehmensnachfolgen scheitern an emotionalen und zwischenmenschlichen Aspekten. Nicht an den Zahlen.
  • 84 Prozent der gescheiterten Familienübergaben haben ein gemeinsames Muster: Der Senior kann einfach nicht loslassen.

Das Positive: Die meisten dieser Probleme sind strukturierbar. Mit dem richtigen Wissen, zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Vorbereitung lässt sich jeder dieser Fehler systematisch vermeiden.

Die 15 Fehler im Überblick

BLOCK 1: ZEIT & STRATEGIE

Die teuersten Fehler, weil sie zu spät erkannt werden

  1. Zu spät angefangen – Die durchschnittliche Vorlaufzeit beträgt oft weniger als 2 Jahre, obwohl 5–7 Jahre sinnvoll sind.
  2. Ohne Strategie ins Chaos – Es bleiben Entscheidungen offen zwischen Verkauf, interner oder externer Nachfolge.
  3. Falsche Unternehmensbewertung – Zu hohe oder zu niedrige Preisvorstellungen blockieren jeden Prozess.
  4. Zu spät erkannt, dass es Zeit ist – Gesundheit, Markt und Demografie geben Signale, die einfach ignoriert werden.

BLOCK 2: RECHT & STEUERN

Die versteckten Kostentreiber, weil Steuern verschwendet werden

  • Gesellschaftsrechtliche Fallstricke – Unklare Verträge, fehlende Nachfolgeklauseln, Stimmrechts-Chaos.
  • Steuerfallen übersehen – Freibeträge werden nicht genutzt, unnötige Besteuerung riskiert.
  • Doppelbesteuerung durch falsche Struktur – Die Wahl zwischen GmbH, Einzelunternehmen und OG wird zur teuersten Entscheidung überhaupt.
  • Finanzierung nicht durchdacht – Unrealistische Pläne, fehlende Bankgespräche, zu optimistische Szenarien.

BLOCK 3: MENSCH & EMOTION

Die unsichtbaren Konflikte, die 70 Prozent der Scheiterfälle verursachen

  • Nicht loslassen können – Der Senior bleibt in operative Entscheidungen eingebunden, der Nachfolger erhält nie echte Führung.
  • Rollenverwirrung – Familie und Unternehmen vermischen sich, Konflikte entstehen automatisch.
  • Mangelnde Kommunikation – Mitarbeiter:innen sind ständig verunsichert, Kunden spüren, dass was nicht stimmt.
  • Emotionale Aspekte unterschätzt – Generationenkonflikte, unausgesprochene Erwartungen, Fairness-Diskussionen

BLOCK 4: OPERATIV & STRUKTURELL

Die Kompetenzfallen und Personalrisiken

  1. Unzureichende Qualifikation des Nachfolgers – Die „Nepotismus-Falle“: Wahl nach Familie, nicht nach Eignung
  2. Mitarbeiter:innen vergessen – Fluktuation von Schlüsselpersonen, Kulturverlust
  3. Fehlende Absicherung – Altersversorgung, Wohnrechte und finanzielle Sicherheit bleiben ungeklärt.


 

Was dich in dieser Serie erwartet

Diese in den nächsten Wochen folgenden Blog-Artikel sind nicht nur einfach eine Liste von „Was könnte schiefgehen“. Jeder Artikel bietet dir was Handfestes:

  • Klare Problemanalyse – Warum dieser Fehler so häufig passiert und was die Auswirkungen wirklich sind?
  • Praktische Lösungsansätze – Konkrete, umsetzbare Strategien für deinen Fall.
  • Checklisten zum Download – Damit du wirklich sicherstellst, dass du nix übersiehst.
  • Fallbeispiele aus der Praxis – Echte Szenarien, von denen du was lernen kannst.
  • Zeitliche Handlungsrahmen – Wann musste du welche Entscheidung treffen?

Für wen ist diese Serie?

  • Übergeber:innen – Die das Unternehmen weitergeben möchten und es richtig machen wollen.
  • Nachfolger:innen – Die sich systematisch vorbereiten und verstehen möchten, worauf sie achten müssen.
  • Familienmitglieder – Die verstehen wollen, warum der Generationswechsel so komplex ist.
  • Berater:innen – Die ihre Mandate fundiert begleiten und Klienten vor teuren Fehlern schützen.

Eine visuelle Darstellung der Übergabereise mit farbcodierten Blöcken, Stationen und Warnschildern bei kritischen Punkten.

Der erste Schritt

Die beste Zeit, die Unternehmensübergabe zu planen, war vor fünf Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.

Welcher Fehler trifft dich am meisten? Lies den entsprechenden Artikel in dieser Serie und spar dir das Geld, das Tausende andere Unternehmer:innen teuer bezahlt haben.

Autor: Thomas Reischauer, Unternehmensberater und Sachverständiger für Unternehmens- und Immobilienbewertungen
Kontakt: thomas@reischauer.at

Dr. Thomas Reischauer, MBA
Autor

Dr. Thomas Reischauer, MBA

Geschäftsführer

Erfolg hat nur der, der etwas unternimmt, während er seinen Erfolg ansteuert.